| Recycling | Stoffliches
Recycling - Chemisches
Recycling |
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| Irgendwann
sind die Catamarane, Jollen und Surfbretter, die wir mit viel Geduld und
Liebe gewartet und gepflegt haben, “schrottreif”. Bei einer Lebensdauer von ca. 30 - 40 Jahren (Surfbretter und Kleinboote sehr viel kuerzer) haben wir es mit einer Welle von zu verschrottender GFK - Booten zu tun. Deponierung und Verbrennung waren bisher die einfachsten Methoden fuer ueber 90 % des GFK-Muells, waehrend der Rest auf Wiederverwertung und maschinelles Recycling entfiel. Der
Gesetzgeber hat mit der Verabschiedung des Kreislaufwirtschafts - und
Abfallgesetzes 1996 einen Grundstock zur Entsorgung gelegt. |
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| Aber wohin mit diesem Sondermuell ? | ||
| Das
gewonnene Recyklat muss auf dem Markt mit den billigen neu hergestellten
Kunststoffen konkurrieren. Die Endeigenschaften des Recyklats sind oft schlechter
als die der neuen Kunststoffe. Zwei kostenguenstige Methoden Kunststoffabfaelle zu verarbeiten sind die Verwendung von Altkunststoff als Fuellmittel und die Verbrennung mit Energierueckgewinnung. |
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Recycling muss unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit gesehen werden. Beim
Recyceln duerfen nicht mehr Energie und Rohstoffe verbraucht als zur Herstellung
neuer Stoffe gebraucht werden. |
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| Stoffliches Recycling | ||
| Beim
Stofflichen Recycling, Downcycling, werden Kunstoffe geschmolzen oder zu
wieder-einsetzbarem Granulat zerkleinert. Verschiedene Firmen haben sich darauf spezialisiert und bieten daraus Rohmaterial an oder verarbeiten es weiter zu neuen Produkten. |
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| Sortenreine
Kunststoffreste werden gemahlen und von der Kunststoff verarbeitenden Industrie
als Rohmaterial eingesetzt. Auch für vermischte Kunststoffe entwickelt
die Krall Kunststoff-Recycling GmbH ständig innovative
Einsatzmöglichkeiten und Produktanwendungen. www.kunststoff-recycling.de |
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| Die
Firma Ercom Composite Recycling GmbH in Rastatt hat ein
Verfahren der mechanischen Zerkleinerung und Weiterverarbeitung von GFK
- Abfall entwickelt. Mobile Vorzerkleinerungs - Container bringen grossflaechige Formteile auf ein Maß von 50 X 50 mm. Das ergibt wirtschaftliche Transportkosten für eine Containerladung von ca. 10 to. Nach der Vorzerkleinerung erfolgt der Transport zur zentralen Aufbereitungsanlage in Rastatt. Dort wird das Material in mehreren Prozessstufen behandelt. Das Produkt liegt in verschiedenen Fraktionen vor, wobei Partikelgroessen und Faserlaengen eingestellt werden koennen. Bei dieser Methode kann nur weitgehend sauberes und sortenreines GFK verarbeitet werden. Teile alter Boote lehnt Ercom groesstenteils ab. |
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| Die
Firma Sicomp, Swedish Institute of Composites in Schweden
arbeitet mit einem aehnlichen Verfahren wie Ercom. Bei der Nutzung des Recyclats entwickelte Sicomp Moeglichkeiten der Wiederverwertung im Bootsbau. Dort werden Boote mit einem Recyclatanteil von ca. 20 Gewichts % hergestellt. Beim Faser - Harz - Spritzverfahren wird eine Mischung aus ca. 66 % Harz, 33 % Recyclat und 1 % Fuellstoff in eine Form gespritzt. Im Sandwich - Verfahren wird ein Sperrholz - oder anderer Kern durch Recyclat ersetzt. Die Vergleichsuntersuchungen ergaben bessere Werte des Recyclat - Sandwiches im Vergleich zum “normalen” Sandwich im Biegetest, Schraubtest, Wasserabsorptionstest, Ermuedungstest. Die Recyclat - Sandwiches waren schwerer. www.swerea.se |
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| Chemisches Recycling | ||
| Gebrauchte
Kunststoffe werden durch verschiedene Verfahren in synthetisches Rohoel
oder andere petrochemische Grundstoffe zurueckgefuehrt. Aus diesen neuen Rohstoffen lassen sich neuwertige Kunststoffe herstellen. Ein Problem beim Chemischen Recycling sind die unterschiedlichen Kunststoffe und die vielen darin enthaltenen Additive (Weichmacher, Farbzusaetze, etc.). |
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Hydrierung Hydroloyse Pyrolyse |
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| Thermisches Recycling | ||
| Kunststoffe,
die nicht wiederverwertbar sind, koennen thermisch genutzt werden. In einem Kilogramm Kunststoff steckt der gleiche Energiegehalt wie in einem Kilogramm Heizoel. Die thermische Verwertung kann in Industriebetrieben als Ersatz für Kohle oder Heizoel oder in Verbrennungsanlagen erfolgen. So werden Altkunststoffe der Zement- oder Stahlindustrie als Energietraeger zugefuehrt, um so teures Erdoel zu schonen. |
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| Muellverbrennungsanlagen Die Mitverbrennung von Altkunststoffen in Muellverbrennungsanlagen ist wirtschaftlich eine der guenstigsten Methoden. Unterschiedliche Auflagen in den verschiedenen deutschen Bundeslaendern fuer die Rauchgasfilterung machen die Verbrennung aber nicht ueberall moeglich. |
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| Zementoefen Im Zementofen werden bei Flammentemperaturen von 2000 Grad die Rohmaterialien Kalkstein und Mergel zu Zementklinker gebrannt. Der klassische Brennstoff für diesen Prozess ist Kohle. Im Zementwerk Holcim Siggenthal dient Kunststoff als wertvoller Ersatz für die fossilen Brennstoffe. Der Energiewert von Kunststoff ist hoch, und es entstehen keine zusätzlichen Emissionen. www.holcim.ch |
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| Ausblick auf die Zukunft | ||
| Wohin
mit der Menge an neu gewonnenem Recyclat ? Welche Energiemengen muss fuer die Entsorgung aufgebracht werden um wieviel neue Energie zu gewinnen ? Was geschieht mit den Schadstoffen, die am Ende noch uebrig bleiben ? Gedanken muss sich bei der Konstruktion und dem Bau neuer Boote gemacht werden :
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| Um
den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden, hat die europaeische
Industrie zusammen mit dem europaeischen Verband der Composite Industrie
das "European Composite Recycling Concept" eingefuehrt. Das Konzept sieht vor, dass an der GFK-Wertschoepfungskette beteiligte Unternehmen in Europa sich finanziell an der Entwicklung von Abfallmanagement-Loesungen beteiligen. Die Finanzierung wird dazu verwendet werden, um Forschungs- und Entwicklungs-Programme zu foerdern, die neue und bewaehrte Wege des Einsammelns und des Recycling von GFK-Abfall erforschen, und um neue Maerkte für Recycling-Produkte zu erschliessen. Als Gegenleistung fuer die finanzielle Unterstuetzung sind die teilnehmenden Partner berechtigt, das "Green FRP Recycling Label" auf ihren Produkten wiederzugeben. Das Ingenieurbüro Techno Consult Berlin und das Institut für
Strukturmechanik der DLR - Braunschweig haben Versuche mit Hanflaminaten
durchgefuehrt. Im
Vergleich zu GFK - Material ist das Hanflaminat billiger. |
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